Fleischwirtschaft.de liefert 5 Fakten über den Vegan-Hype

„Fünf Fakten zum Vegan-Hype“
Dieser News-Titel klingt fast schon relativ neutral. Das wundert aber nicht, wenn man sich die Plattform anguckt, auf der der entsprechende Artikel veröffentlicht wurde. „fleischwirtschaft.de“ – berichtet immer zuverlässig und neutral über die vegane Bewegung.
Ich muss wirklich immer schmunzeln, wenn ich sehe, dass „fleischwirtschaft.de“ über Veganismus berichtet. Das kommt mir irgendwie total süß vor. Oder auch verzweifelt. Man möchte die Autoren fast in den Arm nehmen. Ich kann es immer ganz schlecht haben, wenn sich jemand so viel Mühe gibt, und dann einfach erbarmungslos versagt. Das ist total traurig. Kann das wohl irgendjemand nachvollziehen?
Aber wenn ich diesen Artikel einfach als schlechten Witz interpretiere, dann kann ich mir das Grinsen kaum unterdrücken.
Der Artikel ist übrigens unten verlinkt, aber wirklich lesenswert ist er nicht.

Kommen wir direkt zu Punkt 1 auf der Liste der Dinge, die die Menschen zum Fleisch essen ermutigen sollen.

„Vegan ist zu teuer“
Ich wiederhole noch einmal: „vegan ist ZU teuer“. Das muss man sich unbedingt auf der Zunge zergehen lassen.
Hier heißt es weiter „Ein veganer Lebensstil erscheint nur für Großverdiener erschwinglich.“ Ist das nicht super? Ich gehöre nun zu den Großverdienern! (:
Als Quelle für die Information, dass der vegane Lebensstil 50 % teurer sei, wird wie folgt auf wahrscheinlich einen Artikel [2] verwiesen, den ich erst mühsam suchen musste: „(siehe F.A.Z. vom 30. Juni 2014)“.

Klar, dass ich bei einer solch merkwürdigen Quellenangabe skeptisch werde. Anscheinend berechtigt, wie ich dann feststelle. Damit ihr euch nicht durch die ganzen 3 Seiten kämpfen müsst fasse ich das kurz zusammen: „Spezial-Produkte aus dem Veganz sind total teuer.“
Ich bin erschüttert über diese Erkenntnis. Der Reporterin gehört ein Preis verliehen, für ihre unglaubliche Enthüllung. Vielleicht findet sie ja auch bald heraus, dass Tiere eine Hauptzutat in den meisten Fleischsorten sind.
Aber mal davon abgesehen, dass der vegane Lebensstil so teuer ist, weil jeder Veganer jeden Tag eine Tüte >„Kale Krunch“ (63 Gramm für 5,49 Euro) aus dem Veganz isst<, die „Fleischwirtschaft“ hat sich damit doch selbst einen Bolzen ins Bein geschossen. Sie gibt zu, dass das höchste Ziel der niedrige Preis ist. Sie verbauen sich damit die Ausrede der „besseren Tierhaltung“ und „bio“. Ich finde sowieso, dass es stutzig machen sollte, wenn es den Kunden mehr kostet, für ihn eine Pflanze wachsen zu lassen, als ein Tier.

Aber vielleicht sieht Punkt 2 ja vielversprechender aus, und befreit mich von diesem dogmatischen Veganismus, auf dass ich endlich wieder eine schöne Kalbsleber verspeisen kann. Wem läuft da nicht die K… Äh… das Wasser im Mund zusammen?

„Vegan ist intransparent“
Ich frage mich wirklich, wie sie das noch toppen wollen. Ich bekomme das Gefühl, dass meine Kommentare hier total unnötig sind, da ich nicht wüsste, wie ich diesen Zynismus noch überbieten soll. Also wörtlich: „Eine Flut unterschiedlicher Symbole und Deklarationen erschwert den Verbrauchern die Orientierung und verunsichert.“
Da wünscht sich wirklich jeder Veganer sofort wieder zurück zu den zuverlässigen Symbolen, Deklarationen und Bildern auf den Fleischwaren. Da wird man in der Tat nicht verunsichert.
Dann kaufe ich grundsätzlich nur Tierprodukte, die ein zuverlässiges „gut“ im Namen haben, oder auf denen man irgendeine Wiese sieht, die in mir das Gefühl von Freiheit weckt.
Also kann ich alles kaufen.
Aber trotz des Humors muss einfach folgende (rhetorische) Frage raus:
Was um alles in der Welt ist intransparenter, als die Tierindustrie?

Punkt 3: „Vegan verschreckt Verbraucher“
Hier würde ich sogar in einem gewissen Sinne zustimmen. Noch vor einiger Zeit konnte ich bequem zum Waffelstand gehen und direkt eine vegane Waffel mitnehmen, während zu meiner Seite eine lange Schlange vor den unveganen Waffeln stand.
Dies ist ein super Vorteil als Veganer, also bitte sagt niemandem, dass vegane Waffeln mindestens genauso lecker sind und es beinahe lächerlich ist, sich in die Schlange zu stellen, nur um Kuhmilch statt Sojamilch zu bekommen. Wenn die Schlange damals allerdings aus Sojaallergikern bestand, so will ich die Aussage zurück nehmen.

Aber was meint denn nun die Fleischwirtschaft?
„Eine vegane Produktvariante muss nicht natürlicher sein. Künstliche Geschmacksverstärker ersetzen oft die tierischen Inhaltsstoffe. Und es gibt aktuell keinen Nachweis, dass bei veganen Produkten auf Pestizide verzichtet wird.“
Ach, so? Dann greife ich doch meiner Gesundheit zu liebe wieder zu der Wurst. Die Wurst, die wahrscheinlich Teile von hunderten Rindern enthält, die jeweils Antibiotika behandelt wurden und gegebenenfalls wieder irgendeine Krankheit erfunden haben, die zu einem gewohnten Skandal wird.

„Vegan gefährdet den Markenkern“
Ich muss gestehen, dass ich diesen Punkt nicht so ganz verstehe.
„Weisen die veganen Produktvarianten Defizite hinsichtlich Authentizität, Geschmack und Natürlichkeit auf, kann dies negativ auf den gesamten Markenkern wirken und Marken unglaubwürdig machen.“
Drückt das Sorge um die veganen Marken aus, oder ist damit gemeint, dass vegane Produkte dem original schaden?
Falls jemand von euch zufällig weiß, was damit gemeint ist, darf sie oder er es mir gern erklären.

„Vegan verdrängt geliebte nichtvegane Varianten“
Diesen fünften Punkt finde ich recht langweilig. Also es wäre schön, wenn es wirklich so wäre, aber ich bezweifle, dass das so einfach ist.

Fazit:
Ich kann es durchaus positiv werten, dass es jetzt schon soweit ist, dass Seiten wie „fleischwirtschaft.de“ solche verzweifelten Versuche starten, um Tierquälerei zu schützen.
Ich hoffe nur, dass sich das nicht nur durch Veganer-Augen so liest.
Es scheint sich auf jeden Fall etwas zu tun (:

[1] http://www.fleischwirtschaft.de/verkauf/nachrichten/Fleischfreie-Produkte-Fuenf-Fakten-zum-Vegan-Hype-31423
[2] http://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/vegan-essen-ein-gutes-gewissen-hat-seinen-preis-13016125.html

Ein Gedanke zu „Fleischwirtschaft.de liefert 5 Fakten über den Vegan-Hype

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben